Design for wellbeing
Positive Psychologie als Bestandteil des Produktentwicklungsprozesses

Unser Streben nach mehr Wohlbefinden in unseren alltäglichen Aktivitäten ist ein Treiber für Produktdesign

Wellbeing as a starting point for design. Renewing the design thinking approach

Wie erzeugt man Glück und Wohlbefinden? Das dreijährige Forschungsvorhaben „Design For Wellbeing“ befasst sich mit dem gesellschaftlichen Wandel von einer Konsumgesellschaft hin zu einer Erlebnisökonomie: Positive Erlebnis- und Nutzungsinnovationen treten mehr und mehr in den Vordergrund.

Entsprechend dieses Paradigmenwechsels braucht es neue Gestaltungsprozesse und Modelle der Innovationsentwicklung. Diese werden unter Anbetracht wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Psychologie des Wohlbefindens und dem erlebnisorientierten Gestalten mit und für Unternehmen der Kreativwirtschaft erarbeitet und zur Verstetigung neuer kultur- und kreativwirtschaftlicher Wertschöpfungsprozesse in Projekten und Verfahren praxisnah erprobt. „Design for Wellbeing NRW“ wird vom Leitmarkt Medien und Kreativwirtschaft des Landes Nordrhein Westfalen und der Europäischen Union gefördert.

Laufzeit: November 2015 – Oktober 2018. Gefördert durch: Leitmarkt Medien und Kreativwirtschaft in NRW (EFRE 0800005)

Wie entsteht Wohlbefinden?

Jeder Umgang mit den Gegenständen, die wir täglich nutzen, hat einen erlebnishaften Charakter. Wir empfinden diese Tätigkeit als erfüllender, wenn sie persönliche Bedürfnisse befriedigen und als lästig, wenn sie mit diesen nicht im Einklang stehen. Die Art der Gestaltung dieser Dinge hat einen maßgeblichen Einfluss auf unser Erleben und unsere Einschätzung der Qualität der damit verbundenen Aktivität.

So bringt das Kochen mit einem scharfen Messer, dessen Schwerpunkt ideal in der Handfläche liegt, deutlich mehr Freude als das Schneiden mit einem aus Kunststoff. Wird der Tisch, an dem wir das Essen zubereiten es zulassen, dass wir diese Tätigkeit gemeinsam mit anderen tun können, so bietet sich ein idealer Raum für positive und bedeutsame Erlebnisse.

Hier können wir tagtäglich Bedürfnisse wie Körperlichkeit, Stimulation und Verbundenheit befriedigt werden. Unsere Aktivitäten haben, neben genetischen Faktoren, den größten Einfluss auf unsere allgemeine Zufriedenheit. Diese Erkenntnis spiegelt sich inzwischen auch in unseren Produktbedürfnissen wider. Während konventionell ein Schwerpunkt des Konsums auf dem Besitztum liegt, rückt inzwischen das Erlebnis immer mehr in den Vordergrund. Diese Entwicklung kann einen sehr großen Einfluss auf das Design haben. Erlebnisorientierte Gestaltung von Produkten fordert ein neues Denken über Nutzung (und Sharing-Optionen), über Nachhaltigkeit und vor allem über die große Bandbreite an Bedürfnissen, Wahrnehmungsstrukturen und Motivationen, die an das Nutzungserlebnis geknüpft sind.

Wellbeing as a starting point for design. Renewing the design thinking approach

Positive Psychologie als Bestandteil des Produktentwicklungsprozess

Wir sehen darin nicht nur die Chance, sondern geradezu eine Verpflichtung, diesen Aspekt in den Gestaltungsprozess miteinzubeziehen. Im Rahmen eines großangelegten Förderprojekts erarbeiten wir in einem interdisziplinären Verfahren einen neuen Gestaltungsansatz.

Mit Erkenntnissen aus der positiven Psychologie und der Glücksforschung analysieren wir die Zusammenhänge unserer alltäglichen Aktivitäten und ihre Auswirkungen auf unser persönliches Wohlbefinden. Die daraus gewonnenen Einsichten überführen wir direkt in den Produktentwicklungsprozess und gewinnen damit nicht nur eine breitere Verhandlungsbasis mit verschiedenen Stakeholdern, sondern auch ein erweitertes Potenzial innovativer Ideen und Konzepte.

Hierbei vertrauen wir auf einen iterativen Gestaltungsprozess, der immer wieder durch Realitätstests geöffnet wird und durch den engen Dialog mit Nutzergruppen den Einfluss des Entwurfs auf ihr Wohlbefinden direkt überprüft.

Wellbeing as a starting point for design. Renewing the design thinking approach
Wellbeing as a starting point for design. Renewing the design thinking approach

Die Übersetzung von Theorie in die Praxis

Die Tools, die wir dabei entwickelt haben und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind bereits zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Arbeit auch bei anderen Projekten geworden. Sie ermöglichen uns die Gestaltung von Produkten, die einen angenehmen Umgang mit ihnen ermöglichen und ihrem Erleben eine tiefere Bedeutsamkeit verleihen.

Wir sind überzeugt davon, dass sich dieser Ansatz in der Nachhaltigkeit und Langlebigkeit unserer Entwürfe widerspiegelt. Deshalb wollten wir ihn auch zukünftig in beispielhaften Projekten verwenden und seine Anwendbarkeit im realen Anwendungskontext beweisen. So bereichert er unser Streben nach einer Verbindung funktionaler Technik und einfacher Nutzung mit unserer Suche nach Lebensbereicherung durch bedürfnisorientierte Produkte und Services.

Wellbeing as a starting point for design. Renewing the design thinking approach

Weiterführende Informationen:

Mehr über das Gestalten von positiven Erlebnissen und Wellbeing.

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